IT-Sicherheit

OPNsense Firewall

Open Source aus Europa – mit IDS/IPS, API und nachvollziehbarer Konfiguration.

OPNsense ist 2015 als Fork von pfSense entstanden und wird von der niederländischen Deciso B.V. entwickelt. Unter der Oberfläche arbeitet derselbe bewährte Paketfilter; darüber liegen ein eigenes Bedienkonzept, ein fester Release-Takt, eine vollständige API und ein Angriffserkennungs-System ab Werk. Wir planen und betreiben OPNsense-Systeme – unser eigenes Werkzeug Orbit Dashboard verwaltet sie im Alltag mit.

Worum geht es?

Gleiche Basis wie pfSense – anderer Takt, anderes Bedienkonzept.

Die Frage ist selten „Firewall ja oder nein", sondern welche Plattform zu Ihrem Betrieb passt. OPNsense empfehlen wir dort, wo Angriffserkennung und Web-Filterung ohne Zusatzprodukt gefragt sind, wo Konfigurationsänderungen nachvollziehbar bleiben müssen und wo Automatisierung über eine Schnittstelle einen echten Unterschied macht – etwa bei mehreren Standorten. Wer bereits pfSense betreibt und damit gut fährt, muss nicht wechseln: Beide Wege führen zum Ziel, wir beraten ergebnisoffen.

Was wir abdecken

Die wichtigsten Bausteine im Überblick.

Stateful Firewall & NAT

Regelwerk je Schnittstelle, Aliase, Zeitpläne, Port-Weiterleitungen und Traffic-Shaping – der Kern, auf dem alles andere aufsetzt.

IDS/IPS ohne Zusatzprodukt

Suricata ist eingebaut und lässt sich im Inline-Modus betreiben: gepflegte Regel-Feeds erkennen bekannte Angriffsmuster – melden oder gleich blockieren.

VPN: WireGuard, IPsec, OpenVPN

Standortkopplungen und Remote-Zugänge über alle gängigen Verfahren; WireGuard steckt direkt im System und ist schnell aufgesetzt.

Hochverfügbar mit CARP

Zwei Appliances teilen sich eine virtuelle IP: Die zweite übernimmt bei Ausfall, der Zustandstisch wird laufend gespiegelt, die Konfiguration abgeglichen.

API und Automatisierung

Nahezu jede Einstellung ist über eine REST-Schnittstelle erreichbar – Grundlage für Skripte, Inventarisierung und unser Orbit Dashboard.

Konfiguration mit Historie

Die gesamte Konfiguration liegt in einer versionierten Datei: Wer wann was geändert hat, ist nachvollziehbar – und ein Stand lässt sich zurückholen.

Die Plattform

Ein Fork, der eigene Wege geht.

OPNsense und pfSense teilen sich denselben Unterbau – der Paketfilter, der die eigentliche Arbeit macht, stammt aus derselben Familie. Unterschiedlich ist alles darüber: der Rhythmus, in dem Versionen erscheinen, die Art, wie Erweiterungen verwaltet werden, und der Umstand, dass sich jede Einstellung auch über eine Schnittstelle setzen lässt. Das entscheidet im Betrieb – nicht die Frage, wer die längere Funktionsliste hat.

Fork mit eigenem Takt

2015 aus pfSense hervorgegangen und von der niederländischen Deciso B.V. entwickelt. Derselbe Paketfilter darunter, darüber ein eigener Release-Rhythmus und eine eigene Oberfläche.

Plugins statt Monolith

Angriffserkennung, Web-Proxy, HAProxy, Zertifikatsverwaltung und VPN kommen als verwaltete Erweiterungen – installiert wird nur, was gebraucht wird.

Nachvollziehbare Konfiguration

Die komplette Einstellung liegt in einer versionierten Datei. Jede Änderung ist samt Urheber nachvollziehbar, ein früherer Stand lässt sich zurückholen.

Aufbau

Was zwischen „kommt an“ und „geht raus“ passiert.

Eine Firewall ist kein Türsteher mit einer Liste, sondern eine Reihe von Prüfungen, die jedes Paket nacheinander durchläuft – nach außen genauso wie zwischen den internen Zonen. Wer die Reihenfolge kennt, versteht auch, warum eine Freigabe an einer Stelle nicht automatisch überall gilt.

Was in der Firewall passiert

Zwischen „kommt an“ und „geht raus“ liegen mehrere Prüfungen. Sie laufen für jedes Paket in derselben Reihenfolge – auch für den Verkehr zwischen den internen Zonen.

InternetunvertrautOPNsensePaketfilter · Dienste · Verwaltung1Schnittstellen & VLANsWAN · LAN · DMZ · Gäste · VPN – je eigenes Regelwerk2NAT & Port-WeiterleitungenAdressen umschreiben, einzelne Dienste veröffentlichen3Regelwerkerste passende Regel gewinnt – sonst: verwerfen4Zustandstabelleerlaubte Verbindungen samt Rückweg5IDS/IPS – SuricataSignatur-Feeds: melden oder blockieren6DiensteDNS · Web-Filter · VPN-Terminierung · ProtokollierungLAN – Arbeitsplätze & Servernach Aufgaben in VLANs getrenntDMZ – veröffentlichte Diensteerreichbar von außen, getrennt vom BüronetzGäste-WLANnur Internet, kein Zugriff nach innenVPN-Clientseigene Schnittstelle, eigene RegelnVerwaltungWeb-Oberfläche · REST-API · Konfigurations-Historie

Vereinfachte Darstellung: Im Detail hängt die Reihenfolge davon ab, in welche Richtung ein Paket läuft und welche Regeltypen im Spiel sind.

Hauptversionen
2 pro Jahr
Sicherheitsupdates laufend dazwischen
Hochverfügbar
CARP-Paar
geteilte IP, gespiegelter Zustand
Lizenz
BSD
quelloffen, ohne Nutzungsgebühr

Was macht die Firewall mit einem Paket?

Wählen Sie einen Fall – der Weg durch das Regelwerk läuft dann Schritt für Schritt ab. Jede Station lässt sich auch direkt anspringen.

Arbeitsplatz im LANWebserver im Internet
  1. 1
    Paket trifft auf der LAN-Schnittstelle ein
    Quelle ist ein Arbeitsplatz, Ziel ein Webserver auf Port 443. Geprüft wird immer das Regelwerk der Schnittstelle, auf der das Paket ankommt – jedes hat sein eigenes.
  2. 2
    Regel „LAN darf ins Internet“ greift
    Die Regeln werden von oben nach unten geprüft, die erste passende gewinnt. Hier erlaubt eine Standardregel den ausgehenden Verkehr – die Reihenfolge im Regelwerk ist deshalb kein Schönheitsthema.
  3. 3
    Verbindung wird vermerkt
    Die Firewall legt einen Eintrag in der Zustandstabelle an (). Antwortpakete des Webservers gehören damit zu einer bekannten Verbindung und werden automatisch zugeordnet.
  4. 4
    Absenderadresse wird umgeschrieben
    Ausgehendes ersetzt die interne Adresse durch die öffentliche der Firewall. Von außen ist nicht zu sehen, welches Gerät im Haus die Anfrage gestellt hat.
  5. 5
    Angriffserkennung schaut mit
    Der Verkehr wird gegen gepflegte Signatur-Feeds geprüft (). Kein Treffer – das Paket läuft weiter. Auffällig wären hier etwa Verbindungen zu bekannten Steuerservern von Schadsoftware.

Typische Fälle, vereinfacht dargestellt – die tatsächliche Reihenfolge der Prüfungen hängt von Richtung und Regeltyp ab. Wie Ihr Regelwerk aussehen sollte, ergibt sich aus Ihren Anwendungen, nicht aus einem Musterbeispiel.

Einordnung

OPNsense oder pfSense? Eine Frage des Betriebs, nicht der Ehre.

Wofür OPNsense spricht

  • Angriffserkennung und Web-Filterung sollen ohne Zusatzprodukt laufen.
  • Mehrere Standorte wollen automatisiert und einheitlich verwaltet werden.
  • Änderungen an der Konfiguration müssen nachvollziehbar bleiben.
  • Ein planbarer Release-Kalender ist Ihnen wichtiger als ein langsamer Takt.

Wofür pfSense spricht

  • Ihr Team kennt die Oberfläche und arbeitet seit Jahren damit.
  • Bestehende Anleitungen, Skripte und Schulungen sollen weiter gelten.
  • Ein bewusst ruhiger Update-Pfad ist gefordert.
  • Es gibt keinen sachlichen Anlass für einen Wechsel – der beste Grund, nichts zu tun.
Zur pfSense-Seite

Wir betreiben beide Plattformen und verdienen an keiner von beiden eine Lizenzmarge. Deshalb fällt die Empfehlung so aus, wie sie zu Ihrem Team und Ihrem Betrieb passt – und nicht danach, was gerade im Regal steht.

Auf den Punkt

Warum diese Lösung in der Praxis funktioniert.

  • Fork von pfSense – derselbe Paketfilter, eigenes Bedienkonzept
  • Zwei Hauptversionen pro Jahr, Sicherheitsupdates deutlich häufiger
  • Angriffserkennung und Web-Filterung ohne Lizenzaufschlag
  • Entwickelt in den Niederlanden, quelloffen unter BSD-Lizenz

FAQ

Häufige Fragen zu OPNsense.

Was unterscheidet OPNsense von pfSense?
Beide setzen auf denselben Paketfilter, decken dieselben Aufgaben ab und sind quelloffen. Unterschiedlich sind der Release-Rhythmus (OPNsense: zwei Hauptversionen pro Jahr plus häufige Sicherheitsupdates), die Bedienoberfläche, die vollständige API und der Umstand, dass Angriffserkennung und Plugin-Verwaltung ab Werk mitkommen. Die Entscheidung ist selten eine Funktionsfrage, sondern eine Frage von Bedienkonzept, Update-Politik und vorhandenem Know-how.
Wir betreiben pfSense – lohnt sich ein Wechsel?
Nicht um des Wechsels willen. Sinnvolle Anlässe sind ein anstehender Hardware-Refresh, der Wunsch nach Automatisierung über die API oder der Bedarf an eingebauter Angriffserkennung. Regelwerk, Aliase und VPN-Konfiguration lassen sich überführen; wir nutzen die Gelegenheit, historisch gewachsene Regeln zu prüfen und aufzuräumen.
Wie sieht Hochverfügbarkeit bei OPNsense aus?
Über CARP: Zwei Geräte teilen sich eine virtuelle IP-Adresse, das zweite übernimmt bei Ausfall des ersten. Bestehende Verbindungen bleiben dabei in der Regel erhalten, weil der Zustandstisch laufend gespiegelt wird. Das ist der klassische Weg mit zwei Appliances – die Alternative ist unsere virtualisierte Variante auf einem Proxmox-Cluster. Was besser passt, hängt davon ab, ob Sie ohnehin virtualisieren.
Brauchen wir die kostenpflichtige Business Edition?
In den meisten Fällen nicht – die Community-Version ist vollwertig und ohne Nutzungsgebühr. Die Business Edition des Herstellers setzt auf einen ruhigeren Release-Zweig und bringt zusätzliche Funktionen sowie Herstellersupport mit. Wir empfehlen sie dort, wo ein bewusst konservativer Update-Pfad gefordert ist.
Welche Hardware ist nötig?
Das hängt vom Durchsatz und den aktivierten Diensten ab. Angriffserkennung und Web-Filterung kosten spürbar Rechenleistung – wer sie einsetzt, sollte die Appliance großzügiger dimensionieren als bei reinem Routing. Wir legen die Hardware anhand Ihrer Anbindung und der geplanten Dienste aus.
Wer betreibt und aktualisiert das System?
Auf Wunsch wir – inklusive Updates, Konfigurations-Backups und Monitoring. Mehrere Standorte führen wir dabei in Orbit Dashboard zusammen, sodass Firmware-Stände, VPN-Tunnel und Zertifikate über die gesamte Flotte hinweg auf einer Seite sichtbar sind.

Kontakt

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Sie möchten ein konkretes Angebot, eine Demo oder haben Fragen zur Migration? Schreiben Sie uns – wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktags.

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